Neuanfang ohne Druck – wie der Wald dich sanft ins neue Jahr begleitet
- Marion Thishen-Hendess
- 22. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 23. Jan.
7 Tage Waldroutine - sanfter Neuanfang ins neue Jahr
Der Jahresanfang ist für viele Menschen eine widersprüchliche Zeit. Überall ist von Zielen, Vorsätzen und Veränderung die Rede – während Körper und Energie oft noch im Wintermodus sind. Vielleicht spürst du den Wunsch nach Neuem, aber auch den Bedarf nach Ruhe.
Ein Neubeginn muss nicht laut sein. Er darf langsam wachsen – so wie in der Natur.

Der Januar ist kein Sprint
In der Natur beginnt nichts mit Tempo. Auch wenn das Licht langsam zurückkehrt, braucht alles Zeit. Der Wald zeigt uns: Stabilität entsteht nicht durch Beschleunigung, sondern durch Verwurzelung.
Alltagsimpulse:
Ersetze im Januar „Ich muss neu starten“ durch „Ich darf mich neu ausrichten“. Schon diese innere Haltung reduziert Stress.
Wähle für den Start ins Jahr eine Sache, die dir wirklich Kraft gibt – nicht drei, nicht fünf. Beständigkeit schlägt Vielfalt.
Waldbaden – einfach und alltagstauglich
Waldbaden bedeutet bewusst im Wald zu sein – auch für kurze Momente.
So kannst du es umsetzen:
Geh 10–20 Minuten in einen Wald oder Park
Lass dein Handy stumm in der Tasche
Gehe langsamer als sonst
Lass deinen Blick schweifen
Nimm bewusst die beruhigende Umgebung, natürlichen Geräusche und aromatischen Waldduft nach Erde, Harz und Kräutern in dich auf
Atme ein paar Mal tief durch die Nase in den Bauch
Mehr braucht es nicht.
Ein langanhaltender Effekt entsteht durch regelmäßige kleine Auszeiten.
Frische Luft statt neue Vorsätze
Der Wald versorgt dich mit Sauerstoff, Bewegung und Reizen, die dein Nervensystem beruhigen. Das schafft ganz entspannt die Grundlage für innere Klarheit, die sich im Außen wieder spiegelt.
Alltagsimpuls: Plane Naturzeit nicht als „Extra“, sondern als Basis für einen guten Start in den Tag oder in die Woche.
Neuanfang braucht Raum, keinen Druck
Ein gelungener Start ins Jahr entsteht nicht durch Tempo, sondern durch Orientierung. Der Wald bietet diesen Raum – ruhig, verlässlich und ohne Erwartungen.
Zum Mitnehmen:
Weniger planen, mehr wahrnehmen
Weniger vornehmen, mehr dranbleiben
Weniger Druck, mehr Richtung
Wenn du deinem Neubeginn diese Qualitäten gibst, entsteht Veränderung fast von selbst.
Hier ist eine kleine Waldroutine für dich, bewusst, einfach und alltagstauglich:
7 Tage Waldroutine – sanft ins Neue starten
Diese Waldroutine ist kein Programm und kein Muss. Sie lädt dich ein, jeden Tag einen kleinen Kontakt mit dem Wald zu haben – ohne Druck, ohne Ziel, ohne Optimierungsanspruch.
Tag 1 – Ankommen
Geh für 15–20 Minuten in den Wald oder Park.Bleib zwischendurch stehen und schau dich bewusst um: Licht, Formen, Farben.👉 Heute geht es nur ums Dasein, nicht ums Tun.
Tag 2 – Atmen
Geh langsam und richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.Atme bewusst durch die Nase ein, durch den Mund aus.👉 Der Wald macht nichts – er wirkt. Lass ihn das für dich tun.
Tag 3 – Boden spüren
Achte beim Gehen auf den Untergrund: Nadeln, Erde, Wege.Wie fühlt sich der Boden unter deinen Füßen an?👉 Stabilität entsteht von unten.
Tag 4 – Weite sehen
Such dir eine Stelle mit Blick in die Ferne – einen lichten Wald, einen Weg, einen Rand.Lass deinen Blick schweifen.👉 Weite im Außen schafft Klarheit im Inneren.
Tag 5 – Kraftbaum finden
Bleib bei einem Baum stehen, der dich anspricht – vielleicht eine Kiefer.Lehn dich an, leg eine Hand an die Rinde.👉 Du musst nichts spüren. Präsenz reicht.
Tag 6 – Loslassen
Während du gehst, frage dich:Was darf im neuen Jahr weniger werden?Du musst keine Antwort finden.👉 Manches löst sich, wenn es Raum bekommt.
Tag 7 – Ausrichten
Geh noch einmal bewusst durch den Wald. Am Ende formuliere einen einfachen Satz für dein Jahr, z. B.: „Ich gehe Schritt für Schritt.“ oder „Ich bleibe bei mir.“👉 Ein Satz trägt oft weiter als ein Vorsatz.
Für deinen Alltag
Diese Routine lässt sich jederzeit wiederholen – im Wald, im Park oder auf einem stillen Weg. Sie braucht keine Vorbereitung, keine Ausrüstung, kein Ziel. Nur Zeit, Wald und deine Bereitschaft, langsamer zu werden.
Der Neuanfang kommt dann nicht aus Druck, sondern aus Klarheit.
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